Historie

Die Geschichte unseres Vereins

Die Vorbereitungen zum Schützenfest waren stets mit viel Arbeit verbunden. Bereits zwei Wochen vor dem Heimatfeste wurde begonnen das Zelt aufzuschlagen, welches aus einer Holzkonstruktion mit darüber gespanntem Tuch bestand. Fünfzehn Tische und 30 Bänke fanden im Festzelt Platz, welches von Johann Schmelter aufgeschlagen wurde. Das Schützenfest wurde damals an zwei Tagen gefeiert und begann samstags mit dem traditionellen Vogelschießen, bei dem 20 Pfund Schießpulver benötigt wurden. Die Festwirtschaft erhielt gegen Meistgebot der Lindenwirt Bernhard Schauerte gnt. Fikeses für 284 Mark.
Im Jahr 1906 wurde unser späterer Ehrenoberst Josef Schmelzer zum Hauptmann der Oberhundemer Schützen gewählt. Mit dieser Wahl begann die bis heute längste Amtsperiode in der Geschichte unseres Vereins. Der damals 30jährige Gutsbesitzer Josef Schmelzer, besser bekannt als Tienes Papa, führte die Schützen vorerst bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges. Der Krieg von 1914 - 1918 schlug die ersten großen Lücken in die Reihen unseres Vereins. 46 Gefallene und Vermisste Schützenbrüder waren zu beklagen.

Vereingründung

I) Es wurde einstimmig beschlossen, dass das diesjährige 25järige Fest am 21. Juni dieses Jahres soll gefeiert werden.
II) Es wurde in Erinnerung gebracht, das auf Weiteres wieder blaue Kittel sollen getragen werden, einen festen Beschluss ist darüber noch nicht gemacht.

Der Beschluss wurde vom damaligen Vorstand unterzeichnet. Zu dieser Zeit war der Fabrikant Fritz Moeller aus Rüspe der Präses unseres Vereins und der Gastwirt Carl Schulte als Hauptmann sein Stellvertreter. Ein Jahr zuvor wurde in der Generalversammlung beschlossen, dass einhundert Flinten aus Holz angefertigt werden sollen. Die Flinten sollen wie in früheren Jahren bei der Parade am Sonntag präsentiert werden. Es soll versucht werden die 100 Flinten zum Stückpreis von 13 Pfennigen anfertigen zu lassen. Für die Anschaffung derselben wurde Herr Präses Friedrich Adler verpflichtet.

Der Festzug im Jahr 1913. Die Offiziere tragen noch weiß-rot-schwarze Kaiserreichsschärpen und die Schützen die im Jahr 1895 angeschafften Holzflinten.

 

Gründung

Das wir nun seit mehr als 100 Jahren mit Stolz unseren blauen Kittel als Festkleid tragen, verdanken wir dem Beschluss der Generalversammlung des Jahres 1896, dessen Wortlaut hier wiedergegeben werden soll.

Es wurde einstimmig beschlossen, daß sämtliche Mitglieder im blauen Kittel erscheinen müssen. Diejenigen Mitglieder, welche keinen Zug mitmachen, haben eine Strafe von 50 Pfennig zu zahlen. Alle Mitglieder, welche ohne Kittel das Fest mitmachen, werden als Fremde behandelt und müssen Karten lösen.

Eintrittskarte

Die Vorbereitungen zum Schützenfest waren stets mit viel Arbeit verbunden. Bereits zwei Wochen vor dem Heimatfeste wurde begonnen das Zelt aufzuschlagen, welches aus einer Holzkonstruktion mit darüber gespanntem Tuch bestand. Fünfzehn Tische und 30 Bänke fanden im Festzelt Platz, welches von Johann Schmelter aufgeschlagen wurde. Das Schützenfest wurde damals an zwei Tagen gefeiert und begann samstags mit dem traditionellen Vogelschießen, bei dem 20 Pfund Schießpulver benötigt wurden. Die Festwirtschaft erhielt gegen Meistgebot der Lindenwirt Bernhard Schauerte gnt. Fikeses für 284 Mark.
Im Jahr 1906 wurde unser späterer Ehrenoberst Josef Schmelzer zum Hauptmann der Oberhundemer Schützen gewählt. Mit dieser Wahl begann die bis heute längste Amtsperiode in der Geschichte unseres Vereins. Der damals 30jährige Gutsbesitzer Josef Schmelzer, besser bekannt als Tienes Papa, führte die Schützen vorerst bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges. Der Krieg von 1914 - 1918 schlug die ersten großen Lücken in die Reihen unseres Vereins. 46 Gefallene und Vermisste Schützenbrüder waren zu beklagen.

König Grübel

Schützenkönig 1920 Hubert Grübel mit Ehefrau Gertrud

 

Ein Jahr später wurde unserem Verein wieder neues Leben eingehaucht. Unter dem Vorsitz von Caspar Lindemann, der bereits von 1910 - 1914 die Geschicke unseres Vereins lenkte, wurde beschlossen, dass sich der Krieger- und der Schützenverein von nun an trennen sollte, sowohl hinsichtlich des Vermögensbestandes wie auch im Vorstand und Geschäftsführung. Das 50jährige Stiftungsfest wurde im Jahr 1920 gefeiert. Es war ein erhebender Anblick, als mitten im Dorf die alten Könige und Veteranen in Reih und Glied standen und dem damalige Schützenhauptmann Josef Schmelzer in seiner Festrede an die alte Tradition anknüpfte und der junge König Hubert Grübel die Ehrenkompanie seiner Vorgänger abschritt.

Im Jahr 1922 wurden mit der fürstenbergischen Verwaltung Herdringen Verhandlungen über den Erwerb eines Grundstücks an der 1871 gepflanzten Friedenseiche aufgenommen. Bereits wenige Monate später konnte das Kriegerdenkmal am Ortseingang eingeweiht werden. Hauptmann Josef Schmelzer hielt die Festrede im Gedenken an unsere gefallenen Schützenbrüder, die in Treue zur Heimat und zum Vaterland ihr Leben lassen musste. 

Kriegerdenkmal

1939 kam die nächste große Unterbrechung durch den zweiten Weltkrieg. Sämtliche Vereinsaktivitäten kamen zum Erliegen und die Schützenfeste wurden verboten. Viele Schützenbrüder wurden eingezogen und mussten in diesem unsäglichen Krieg ihr Leben lassen. Leider verhinderte die Gesetzgebung der Besatzungsmächte eine Neugründung des Vereins im Jahr 1946. Erst drei Jahre später konnte durch eine Neugründung mit dem Vereinsnamen „Heimatschutzverein Oberhundem“ an die alte Tradition der blauen Kittel angeknüpft werden. Jedoch durften wir vorerst mit der alten Bezeichnung „ Schützenverein“ nicht in Erscheinung treten.

Da unsere alte Fahne bei den Bombenangriffen verbrannt war, wurde im Januar 1950 eine neue Fahne in Auftrag gegeben. Am Schützenfestsonntag des gleichen Jahres weihte Herr Pastor Rempe im Hochamt die Fahne feierlich ein. In seiner kurzen Ansprache wies er auf die symbolische Bedeutung der Fahne hin und hob den tiefsinnigen Fahnenspruch: „1945 ging ich durch den Krieg zu Schanden - 1950 bin ich wieder neu erstanden“ besonders hervor.

Fahnenabordnung 1959: Walter Brüggemann, Josef Jung und Günther Walter

 

Fahnen

Entwurf der alten Kriegervereinsfahne von 1872, die im 2. Weltkrieg zerstört wurde

 

Vielleicht hat sich bereits der Eine oder Andere die Frage gestellt, warum auf der Rückseite unserer Schützenfahne die Jahreszahl 1890 eingestickt ist. Hier die Erläuterung: das Protokollbuch des Jahres 1891 ist fälschlicherweise für das erste Buch gehalten worden. Da man sich auf der ersten Seite auf die Vorjahresversammlung bezieht, nahm man an, daß der Verein erst ein Jahr zuvor aus der Taufe gehoben wurde. Die Eintragung der Seite 15, in der man sich auf das fünfundzwanzigste Fest bezieht, wurde übersehen. Aus diesem Grund feierten die Oberhundemer Schützen vom 1. bis 3. Juli 1950 das 60jährige Jubiläum unseres Vereins. Zu diesem Anlass sollte erstmals in unserer Geschichte ein Kaiserschießen stattfinden. So fanden sich am Samstagnachmittag rund 20 ehemalige Schützenkönige an der Vogelstange auf der Streitwiese ein. Nach hartem Kampf erreichte der Malermeister Willi Ludwig, Schützenkönig des Jahres 1934, die höchste Ringzahl. Unter Begleitung der Langeneier Musikkapelle und unter der Teilnahme von vielen Mitgliedern wurde der neue Kaiser zum Festplatz oberhalb der Adolphsburg gebracht, um seine Herrschaft anzutreten. Das ausgezeichnete Wetter trug zu einer hervorragenden Stimmung im Festzelt bei.

Der Kaiser der Oberhundemer Schützen im Jahr 1950. Willi Ludwig mit Ehefrau Agnes aus Erlhof

 

Zehn Jahre nach diesem Jubiläum tauchte plötzlich das alte Protokollbuch wieder auf.  Wo es sich die letzten Jahre befunden hatte, weiß heute niemand mehr. Der neue erste Vorsitzende Josef Krippendorf war es, der den Eintrag auf Seite 15 fand und somit das Gründungsjahr 1870 erstmals schriftlich belegen konnte. Sogleich begannen die Vorbereitungen zum 90jährigen Jubiläum, welches im Jahr 1961, elf Jahre nach dem 60. Jubiläum, begangen werden sollte. Die Kaiserwürde errang damals unser späterer Bundesschützenkönig Toni Schmelter. In dem harten Kampf um die Königswürde setzte sich Alfons Wesener durch, der bei strahlendem Sonnenschein von mehreren Hundert Schützen und Besuchern bejubelt wurde. Zur Königin erkor er sich die 24jährige Trude Adler, Tochter unseres damaligen Majors und Metzgermeisters Fritz Adler. Die Familie Adler stellte mit Fritz bereits den dritten Major der Oberhundemer Schützen. Bereits sein Großvater Friedrich Matthias Adler war bis zu seinem Tod im Jahr 1898 Schützenmajor der „Blauen Kittel“.
In der Generalversammlung vom 23. Januar 1972 wurde von der Jugend ein Antrag gestellt, vor dem eigentlichen Vogelschießen einen Jungkönig auszuschießen. Nach kurzer Beratung des Vorstandes wurde unter großem Jubel der Jungschützen der Antrag genehmigt. Noch treffender als der Name des neuen JUNG-Schützenkönigs war die sichere Hand von Gisbert JUNG.

Jungschützenkönig Gisbert Jung mit seinen Offizieren Karl Josef Schöttes und Jürgen Unterste

 

Der „Blaue Kittel“ möge auch in Zukunft das Zeichen unserer Gemeinschaft und unserer Zusammengehörigkeit sein. Lasst uns weiterhin mit Stolz das Festkleid unserer Vorfahren tragen und damit die schöne Tradition des Oberhundemer Schützenvereins lebendig erhalten zum Wohle unserer Heimat.